BrillenWiki

Arbeitsbrillen

Arbeitsplatzbrillen

Augenschmerzen, geblendet sein, Buchstabenschwimmen, Juckreiz, tränende oder brennende Augen bis hin zu Doppelbildern und quälenden Kopfschmerzen, das sind die immer häufiger auftretenden Beschwerden, die mit der Arbeit am PC verbunden sind. Verursacht durch ununterbrochenen Blickwechsel zwischen Bildschirm, Tastatur und Manuskripten. Dabei müssen sich die Augen an ständig wechselnde Helligkeiten und starke Kontrastunterschiede anpassen und auf unterschiedliche Entfernungen einstellen. Die übliche Gleitsichtbrille bringt hier wenig Erleichterung, da Sie zu sehr auf größere Entfernungen ausgelegt ist, die am PC-Arbeitsplatz gar nicht benötigt werden. Denn hier sind es vor allem die Nahbereiche (Lesestärke) und die Entfernungen der unmittelbaren Arbeitsplatzumgebung in denen scharfes Sehen erforderlich ist.

Exakt hierfür hat die optische Industrie mittlerweile spezielle Gleitsichtgläser, sogenannte “Raumgleitsichtgläser” entwickelt, die dem Nah- und Zwischenbereich auf dem Glas bis zu vier mal mehr Raum gewähren als bei herkömmlichen Gleitsichtgläsern. Dadurch bieten sie einen wesentlich besseren Sehkomfort mit deutlich weniger notwendigen Kopfbewegungen und ein beschwerdefreies Arbeiten z.B. am PC.

Raumgleitsichtgläser sind überall dort sinnvoll, wo bei der Arbeit das scharfe Sehen vorwiegend zwischen Nahbereich und mittleren Entfernungen gefordert ist. So z.B. am PC, im Büro, im Lager, in der Werkstatt, im OP, Labor, etc.

Brillenfassung

An die Fassung einer Korrektionsbrille werden besondere Anforderungen an Material und Aussehen gestellt. Eine optimale Brille ist leicht und flexibel, dabei aber auch sehr stabil und haltbar. Sie sitzt gut und fest ohne zu drücken und erfüllt die Ansprüche hinsichtlich ihres Designs und ihrer Form. Historische Fassungen, wie Lorgnon, Monokel oder Zwicker, finden nur noch selten Anwendung. Heutige gängige Brillenfassungen sind zum Beispiel sogenannte Vollrandfassungen, Tragrandfassungen, Rimfassungen oder randlose Fassungen.

Das Material der Fassung ist ein wichtiges Kriterium für Verträglichkeit und Haltbarkeit, wobei manche Brillen sogar danach benannt sind, zum Beispiel die Hornbrille oder die Nickelbrille. Üblicherweise werden unterschiedliche Metalle und Metalllegierungen, beispielsweise Neusilber, Federbronze, Edelstahl, Titan oder Gold, verwendet, ebenso Kunststoffe wie Zelluloseacetat oder verschiedene Spritzgussmaterialien.

Kommt es beim Tragen zu allergischen Reaktionen oder sind bereits vorher Allergien gegen bestimmte Substanzen bekannt, muss dem durch eine entsprechende Materialwahl oder spezielle Beschichtungen entgegengewirkt werden. Hier bieten die Hersteller eine Reihe von Lösungen. Besonders flexible und haltbare Fassungen, die fast nach Belieben problemlos verbogen werden können und durch die Materialeigenschaften wieder selbstständig in ihre ursprüngliche Form zurückfedern, werden aus einer Kombination aus Titan und Stahl hergestellt. Die Größe der Fassung richtet sich nach der Gesichtsgröße, der Größe der Augenhöhle und dem bestehenden Augenabstand. Die äußeren Begrenzungen sollten nach oben hin unter den Augenbrauen enden und diese noch sichtbar lassen, was wichtig für den mimischen Gesichtsausdruck ist. Nach unten befinden sie sich im Grenzbereich zwischen Lid- und Wangenhaut, ohne auf den Wangenknochen aufzuliegen. Zur Seite reichen sie maximal bis zum Rand der Schläfen. Je kleiner die Fassung gewählt wird, umso geringer sind die damit verbundenen Einschränkungen. Besonders das Auftreten von Gesichtsfeldeinschränkungen bei höheren Kurz- und Weitsichtigkeiten kann durch eine kleinere Fassung und nah an den Augen liegenden Gläsern auf ein Minimum reduziert werden. Sie muss jedoch groß genug sein, um ggf. ein Darüberschauen beim Aufblick zu verhindern.

Brillengläser

Die Gläser einer Korrektionsbrille sind Linsen unterschiedlichen Materials, die eine optische (refraktive) Wirkung zur Korrektur von Brechungsfehlern besitzen.

Mineralisches Glas, aus dem handelsübliche Brillengläser meist gefertigt werden, besitzt in Abhängigkeit von seiner Dicke unterschiedliche Lichtbrechungen, die in der sogenannten Brechzahl oder dem Brechungsindex ausgedrückt werden. Für gängige Brillengläser gibt es fünf verschiedene Brechungsindizes. Der Brechwert eines Brillenglases wird in der Einheit Dioptrie (dpt) angegeben.

Man unterscheidet Gläser hinsichtlich ihrer Form nach sphärischen, asphärischen, biasphärischen und torischen Gläsern. Zudem gibt es sogenannte vorder- und rückflächenprogressive Freiformen für Einstärken- und Gleitsichtgläser.

Zur Korrektur einer Weitsichtigkeit werden sphärische, positive Gläser (Plusgläser) verwendet. Da bei diesem Brechungsfehler der Brennpunkt hinter der Netzhaut liegt, besitzen sie eine die Lichtstrahlen sammelnde Wirkung (Sammellinsen oder Konvexlinsen ). Ihr Wert wird mit einem Plus (z. B. +0,75 dpt) als Vorzeichen versehen. Das betrachtete Objekt wird vergrößert. Bewegt man Pluslinsen horizontal oder vertikal vor den Augen hin und her, so erkennt man, dass sich das durch das Glas betrachtete Objekt entgegengesetzt zur Bewegungsrichtung verschiebt (gegenläufig).

Unterschiedliche Linsentypen

Minusgläser sind negative sphärische Gläser, die eine streuende Wirkung haben (Streulinsen oder Konkavlinsen) und das betrachtete Objekt verkleinern. Sie korrigieren eine Kurzsichtigkeit, bei der der Brennpunkt vor der Netzhaut liegt. Ihr Wert erhält als Vorzeichen ein Minus (z. B. −1,25 dpt). Im Gegensatz zu Plusgläsern verschieben sich durch eine Minuslinse betrachtete Objekte in die gleiche Richtung, in der ein Glas vor den Augen hin und her bewegt wird (mitläufig).

Mit Zylindergläsern wird ein Astigmatismus (Stabsichtigkeit, Hornhautverkrümmung) korrigiert. Hierbei handelt es sich um ein torisches Glas, welches seine optische Wirkung lediglich in einer Achse (Hauptschnitt) des Glases hat und folglich keinen Brennpunkt, sondern eine Brennlinie besitzt. Da die Korrektur aus einer Kombination aus sphärischem und torischem Glas besteht, nennt man diese auch sphäro-torisches Brillenglas. Es besitzt zwei senkrecht zueinander liegende Hauptschnitte, wobei das arithmetische Mittel deren Refraktion als sphärisches Äquivalent bezeichnet wird. Diese Kombination gestattet es zudem, den Wert eines Zylinders mit Hilfe einer Umrechnungsformel sowohl positiv, als auch negativ darzustellen. Hierbei ändert sich an der refraktiven Wirkung jedoch nichts. Folgende Brillenwerte haben beispielsweise eine identische Wirkung: +1,00 −0,50/0° und +0,50 +0,50/90°. Die Lesart für diese beiden Werte lautet:
+1,0 Sphäre kombiniert mit −0,5 Zylinder in Achse 0 Grad, bzw.
+0,5 Sphäre kombiniert mit +0,5 Zylinder in Achse 90 Grad.

Während in der optometrischen Terminologie der Augenoptiker bevorzugt die Notation mit Pluszylindern erfolgt und auch die Rechnungen an den Kunden entsprechend formuliert werden, verwenden die Augenärzte meist die Schreibweise mit Minuszylindern , auch in den Brillenrezepten, was beim Patienten beziehungsweise Kunden regelmäßig zu entsprechender Verunsicherung hinsichtlich ihrer tatsächlichen Brillenstärke führt und immer wieder Erklärungsbedarf verursacht.

Einstärkengläser

Brillenkorrekturen, deren Gläser lediglich einen Brennpunkt aufweisen und dementsprechend nur für einen bestimmten Entfernungsbereich eingesetzt werden, nennt man zusammenfassend Einstärkenbrille. Hierzu gehören beispielsweise die so genannte Fernbrille für eine gute Sicht in maximaler Entfernung, sowie die Lesebrille für nahe Distanzen bis in der Regel etwa 40 Zentimeter. Aber auch für alle Zwischendistanzen können Korrekturen angefertigt werden, zum Beispiel für die Bildschirmtätigkeit in etwa 60 Zentimetern Entfernung.

Einstärkenbrillen bieten sich an, wenn über einen gewissen Zeitraum hinweg und innerhalb einer etwa gleichbleibenden Entfernung eine Sehhilfe notwendig ist. Vorteilhaft dabei ist, dass die Brillengläser leichter sind und über ihre gesamte Größe ein klares Bild ermöglichen. Von Nachteil kann dagegen sein, dass man für unterschiedliche Entfernungen unter Umständen jedes mal die Brille wechseln muss.

Gleitsichtgläser

Gleitsichtgläser sind ein Gewinn an Lebensqualität

Ab etwa 40 Jahren lässt beim Menschen die Sehkraft nach. Besonders das Sehen im Nahbereich verschlechtert sich spürbar. Die Zeit für eine Lesebrille, eine Einstärkenbrille, ist gekommen. Mit zunehmendem Alter, wenn dann auch das scharfe Sehen in die Ferne immer mehr nachlässt, wird für diesen Zweck eine zusätzliche Brille benötigt. Jetzt beginnt die Zeit des ständigen Wechsels zwischen Brille und Lesebrille und das ständige Verlegen und Suchen. Hinzu kommt, dass auch das Sehen in den Zwischenbereichen immer schwieriger wird.
Eine erste Abhilfe boten hierfür Bi- und Trifokalgläser mit 2 bzw. 3 Sehzonen. Ihr Nachteil: Es gab zwischen den Sehzonen keine fließenden Übergänge, das Auge musste sich sprunghaft auf die neue Entfernung einstellen.

Zudem waren diese Brillen als sogenannte “Rentnerbrillen” am Glasschliff erkennbar und galten als unattraktiv.
Mit den Gleitsichtgläsern kam dann die optimale Lösung. Sie ermöglichen stufenloses scharfes Sehen in allen Entfernungen. Ohne störende Übergänge und Sprünge bieten sie einen Sehkomfort, der dem natürlichen Sehen am nächsten kommt. Auch optisch haben diese Gläser die gleiche Attraktivität wie Einstärkengläser, da sie von diesen nicht mehr zu unterscheiden sind. Die “Rentnerbrille” ist damit passé.

Wie Gleitsichtgläser funktionieren

Das Funktionsprinzip, der Augenoptiker spricht vom “Glasdesign”, ist bei allen Markenherstellern gleich. Der obere Bereich des Glases dient der Fernsicht und ermöglicht scharfes Sehen über eine große Sichtbreite. Der untere Bereich bedient die unmittelbare Nahsicht, die Lesestärke, mit einer Breite, die beim Lesen einen genügend scharfen Überblick bietet, ohne ständig den Kopf bewegen zu müssen.

Dazwischen liegt der schmale Übergangsbereich, der stufenlos scharfes Sehen auf allen Zwischenentfernungen ermöglicht. Die unscharfen Randzonen müssen herstellungsbedingt bei jedem Gleitsichtglas in Kauf genommen werden. Sie sind jedoch – je nach Material, Glasdesign und Hersteller – unterschiedlich stark ausgeprägt. Grundsätzlich gilt: “Je kleiner die unscharfen Randzonen beim Gleitsichtglas, desto größer der Tragekomfort und die Spontanverträglichkeit – aber auch der Preis.

Kontaktlinsen

Kontaktlinsen (auch Kontaktgläser, Haftlinsen, Haftschalen oder Haftgläser ) gehören wie die Brille zu den Sehhilfen. Tatsächlich schwimmen Kontaktlinsen auf einem feinen Tränenfilm und liegen nicht direkt auf der Hornhaut des Auges auf. Man unterscheidet zwischen formstabilen (harten) und weichen Kontaktlinsen. Mit Kontaktlinsen lassen sich die meisten Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus oder Presbyopie korrigieren. Auch sehr komplizierte Formen von Fehlsichtigkeiten wie Keratokonus oder Keratoglobus lassen sich mit Kontaktlinsen gut korrigieren, meist besser als mit einer Brille.

Geschichte

Der französische Philosoph und Naturwissenschaftler René Descartes beschrieb die Idee einer Linse, die direkt auf dem Auge getragen wird, im Jahre 1636. Weitere Vorarbeit für Kontaktlinsen wurde durch theoretische Überlegungen Ende des 19. Jahrhunderts durch Adolf Eugen Fick und durch August Müller geleistet. Wenig später wurden die ersten so genannte Skleralschalen aus Glas hergestellt. Materialbedingt und mit einem Durchmesser von 23 mm waren sie sehr umkomfortabel.

Mit dem Einsatz von PMMA (Acrylglas) (ab etwa 1939) und der Reduzierung des Durchmessers auf etwa 10 mm wurden Tragezeiten von zehn bis zwölf Stunden pro Tag möglich. Wie die Glaslinsen waren sie sauerstoffundurchlässig. Als Erfinder der harten cornealen Kontaktlinse gilt Heinrich Wöhlk, als Erfinder der weichen Hydrogel-Linsen gilt Otto Wichterle.

Linsentypen

Formstabile (harte) Kontaktlinsen
1976 kamen die ersten sauerstoffdurchlässigen, formstabilen Kontaktlinsen auf den Markt. Durch Weiterentwicklung der Kunststoffe weisen heutige hochgasdurchlässige, hartflexible Linsen eine etwa zwei- bis siebenmal höhere Gasdurchlässigkeit als weiche Kontaktlinsen auf. Der Durchmesser liegt üblicherweise zwischen 8 und 10 mm. Sie schwimmen beweglich auf einem Tränenfilm. Daher bergen sie ein geringeres Risiko der Schädigung des Auges, da das Auge besser mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden kann. Durch die heute aktuellen Linsen-Materialien geht ein sehr großer Teil des Nährstofftransports durch das Linsenmaterial hindurch. Die Hornhaut wird besser mit Nährstoffen versorgt – besser, als dieses bei den weichen Linsen möglich ist. Durch verbesserte Messmethoden und intelligentere Formgestaltung der Linsen sowie komfortablere Materialien ist die Verträglichkeit erheblich verbessert worden. Durch Alterungsprozesse an der Linse kann sich die Linse verformen und die Hornhaut schädigen. Das Tragen überalterter Linsen wird nicht empfohlen.

Weiche Kontaktlinsen
Weiche Kontaktlinsen (seit 1971) sind flexibel und passen sich der Form der Hornhaut an. Der Durchmesser liegt üblicherweise zwischen 12 und 16 mm, der Linsenrand liegt daher bei geöffnetem Auge unter dem Lidrand. Dadurch und durch die fast direkte Haftung auf der Augenoberfläche sitzen sie fester im Auge, wodurch sich das Verlustrisiko, zum Beispiel bei Wassersport reduziert. Viele Menschen finden das Tragegefühl angenehmer als das formstabiler Kontaktlinsen. Das Risiko von Schädigungen des Auges infolge von Ernährungsstörungen, Ablagerungen auf der Linse, Sauerstoffmangel oder Schadstoffen im Wasseranteil der Linse ist höher als bei formstabilen Linsen. Eine besondere Form der weichen Kontaktlinsen stellen die Tageslinsen beziehungsweise Tages-Kontaktlinsen dar. Sie werden einmalig benutzt und danach entsorgt.

In Folge der Weiterentwicklung weicher Kontaktlinsen (seit 1981), insbesondere der verbesserten Sauerstoffdurchlässigkeit bei den sogenannten Silikon-Hydrogel-Linsen, einer Erfindung des tschechischen Chemikers Otto Wichterle, werden inzwischen Kontaktlinsen angeboten, die je nach Empfehlung des Kontaktlinsenanpassers mehrere Tage und Nächte getragen werden können. Erst nach dreißig Tagen müssen die Linsen gegen neue ausgetauscht werden. Diese maximale Grenze auszuschöpfen ist nicht für jeden sinnvoll. Für Kontaktlinsenträger mit empfindlichen Augen kann es für das Auge das Beste sein, diese Linsen wie normale Linsen nur tagsüber zu tragen. Zahlreiche Augenärzte und Augenoptiker raten auf Grund von Studien generell bei diesem Typ von einem ständigen Tag- und Nacht-Tragen ab, da sie darin unter anderem auf Grund des erheblich höheren Risikos für Infektionen der Hornhaut eine gesundheitliche Gefährdung für die Augen sehen.

Hart-weiche Hybridkontaktlinsen
Um die Vorteile formstabiler Kontaktlinsen für Auge und Sicht und den Tragekomfort weicher Kontaktlinsen zu kombinieren, werden ab 2001 von der amerikanischen Firma Synergeye sogenannte Hybridlinsen entwickelt. Sie weisen einen sauerstoffdurchlässigen Kern einer formstabilen Kontaktlinse und eine weiche Ummantelung auf. 2005 wurden sie für den amerikanischen Markt zugelassen. Besonders – aber nicht nur – Patienten, die an Keratokonus leiden und bisher formstabile Linsen benötigten, können so in den Genuss des Tragekomforts einer weichen Kontaktlinse kommen. Speziell für die Patientengruppe mit Keratokonus werden vom oben genannten Hersteller bereits Linsen der zweiten Generation angeboten.

Formstabile gegenüber weichen Linsen
Die heutigen formstabilen Linsen sind längst nicht mehr „hart“, sondern haben an Komfort und Verträglichkeit gewonnen. Allerdings besteht zum Beispiel bei starkem Wind oder staubiger Umgebung eine erhöhte Gefahr, dass zu Schmerzen führende Fremdkörper unter eine formstabile Kontaktlinse gelangen. Dagegen sind formstabile Linsen den „weichen“ Linsen heute in vielen Punkten überlegen. Insbesondere das Risiko für Infektionen der Hornhaut, die zu einem dauerhaften Verlust an Sehschärfe führen können, ist bei weichen Kontaktlinsen mehr als drei mal so groß wie bei formstabilen Kontaktlinsen (1,1 gegenüber 3,5 Fällen auf 10.000 Träger). Insgesamt ist der immer noch zu begegnenden schlechteren Akzeptanz gegenüber formstabilen Kontaktlinsen entgegenzuhalten, dass lange Eingewöhnungszeiten und tränende Augen nur noch auf veraltete Linsentypen (PMMA, CAB) zutreffen. Sie erklärt sich teilweise aus der negativ besetzten Bezeichnung als „harte Kontaktlinse“.

Die Wahl zwischen formstabilen oder weichen Kontaktlinsen ist auch abhängig von den Gewohnheiten des Trägers. Wer eine Bürotätigkeit ausübt, dem mag zur formstabilen Linse geraten sein, auch weil sie den Vorteil aufweist, nicht austrocknen zu können (zum Beispiel durch klimatisierte Luft) und deswegen individuell angenehmer empfunden wird.

Ein weiterer Aspekt ist die Häufigkeit des Tragens. Gelegentliches Tragen beim Sport oder zu bestimmten Anlässen legt aus Kostengründen eine weiche Tages-, Wochen- oder Monatslinse nahe, während bei täglichem Tragen formstabile Kontaktlinsen trotz der höheren Kauf- und Anpassungskosten einen Kostenvorteil aufweisen, da sie bei guter Pflege seltener erneuert werden müssen. Die individuelle Entscheidung sollte gemeinsam mit einem Augenoptiker/Augenarzt getroffen werden.

Linsenarten

Die gebräuchlichsten Kontaktlinsen sind asphärische (beziehungsweise sphärische KL oder sphärisch mit asphärischem Randbereich) Einstärken-Linsen zur Korrektur von Kurz- oder Weitsichtigkeit. Darüber hinaus gibt es weitere Linsenarten.

Alterssichtigkeit
In der vierten Lebensdekade verliert das menschliche Auge allmählich die Fähigkeit, sich auf nahe Entfernungen einzustellen. Diese Erscheinung bezeichnet man als Alterssichtigkeit oder Presbyopie. In seltenen Fällen kann durch krankhafte Veränderungen oder Verletzungen des Auges bereits früher eine Nahkorrektion erforderlich sein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kontaktlinsen, mit denen immer nur das Sehen in der Ferne oder Nähe korrigiert werden kann, bieten seit 1982 Multifokallinsen die Möglichkeit des deutlichen Sehens in unterschiedlichen Entfernungen. Multifokallinsen werden in segmentförmige Bifokallinsen oder konzentrische Multifokallinsen eingeteilt. Eine Sonderform stellt die Monovisionstechnik dar. Welcher Linsentyp verwendet wird, ist abhängig von den physiologischen Gegebenheiten und von der Art der Anwendung. Multifokallinsen werden sowohl als formstabile („harte“) Kontaktlinsen als auch als Hydrogellinsen („weiche Linsen“) hergestellt.

Segmentförmige Bifokallinsen
Dieses Herstellungsprinzip, das man auch als alternierendes (abwechselndes) System bezeichnet, besteht in der Regel aus zwei segmentförmigen optischen Zonen unterschiedlicher Wirkung. Beim Blick in die Ferne sieht das Auge durch die obere – für die Ferne korrigierende – optische Zone. Beim Blick in die Nähe wird das Auge nach unten gedreht, die Kontaktlinse wird jedoch durch den Einfluss des Unterlides nach oben geschoben und man sieht durch die Nahzone.

Konzentrische Multifokallinsen
Bei diesem Linsentyp werden zwei oder mehrere ringförmige Sehzonen konzentrisch angeordnet. Bei modernen Linsen gehen die Bereiche mittlerweile fließend ineinander über. Der Benutzer kann gleichzeitig verschiedene optische Zonen nutzen, daher auch die zusätzliche Bezeichnung als simultanes (gleichzeitiges) System. Die Grundlagen wurden bereits in den 1950er Jahren von Collins und de Carle beschrieben. Dem Auge wird gleichzeitig das Bild der Ferne und der Nähe angeboten, und es wählt (unbewusst) das gewünschte Bild aus.

Monovisionstechnik
Hierbei werden nicht Mehrstärkenkontaktlinsen verwendet um die Presbyopie zu korrigieren, sondern man gleicht ein Auge für die Ferne aus, das zweite Auge für die Nähe. Bei Anwendung dieser Technik kommt es jedoch zu Einschränkungen des beidäugigen, stereoskopischen Sehens.

Torische Kontaktlinsen
So genannte torische Kontaktlinsen sind Linsen, mit denen man eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) korrigiert. Neben dem Dioptriewert müssen bei der Herstellung noch die genauen Werte für Achse und Zylinder berücksichtigt werden. Hier wird die Hornhautverkrümmung durch zylindrische Parameter ausgeglichen. Die Linse muss in einer definierten Position sitzen. Dies wird durch vielfältige Methoden erreicht, die eine sorgfältige Anpassung erfordern.

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass ein geringfügiger äußerer Astigmatismus durch eine „normale“ formstabile (vulgo „harte“) Kontaktlinse ausgeglichen wird, da sich diese im Gegensatz zur weichen Kontaktlinse nicht der Hornhaut anpasst. Die Tränenflüssigkeit zwischen Kontaktlinse und Hornhautoberfläche gleicht die Unebenheiten aus. Dieser Methode zur Astigmatismuskorrektur sind individuelle Grenzen gesetzt. Sie ist jedoch preiswerter als eine Korrektur durch weiche Kontaktlinsen.

Nachtlinsen
Eine neue Form der Kontaktlinsen sind die Nachtlinsen (auch Nacht-Kontaktlinsen, Orthokeratologie- oder kurz OK-Linsen). Diese werden vor dem Schlafen eingesetzt und über Nacht in den Augen belassen und korrigieren während der Tragzeit die Form der Hornhaut des Auges. Diese Verformung ist nicht dauerhaft, bleibt jedoch über einen Zeitraum von ein bis drei Tagen erhalten, in dem scharfes Sehen ohne Sehhilfe möglich ist.

Verbandlinsen
Verbandlinsen werden vom Augenarzt bei Verletzungen der Hornhaut eingesetzt und können dort bis zu vier Wochen verbleiben.

Kosmetische Kontaktlinsen
Farbige oder bemalte Kontaktlinsen (auch Motivlinsen genannt) dienen überwiegend ästhetischen oder kosmetischen Zwecken. Eine medizinische Indikation für farbige Kontaktlinsen (Irislinsen) liegt bei Lichtempfindlichkeit vor. Ihre optischen Funktionen sind schlechter als die konventioneller Linsen. Es gibt sie in allen gängigen Farben und Motiven, so zum Beispiel mit Reptil- oder Manga-Motiven. Die Ausführung „Sclera-Lens“ (deutsch: „Vollschalen-Kontaktlinse“) kann das ganze Auge bedecken. Solche Linsen dürfen laut Hersteller in Zusammenhang mit sehr vielen Augentropfen maximal 6 Stunden getragen werden und sind in Deutschland für Privatpersonen nicht käuflich. Auch in Deutschland werden zu Karneval, Halloween und Mottopartys vermehrt kosmetische Linsen eingesetzt. Aufgrund der enormen Größe ist das Aufsetzen einer Vollschalen-Kontaktlinse wesentlich komplizierter, anstrengender und in manchen Fällen auch sehr unangenehm, wenn nicht sogar schmerzhaft.

Intraokularlinsen
Keine Kontaktlinse, aber ebenfalls zur Korrektur einer Fehlsichtigkeit geeignet ist die Intraokularlinse.

Generelle Eigenschaften

Linsen zur Korrektur von Kurzsichtigkeit sind physikalisch bedingt am Rande dicker als in der Mitte und daher bei hohen Stärken gewöhnungsbedürftiger als solche zur Korrektur von Weitsichtigkeit, die zum Rand hin dünner werden. Bei starker Kurzsichtigkeit bieten Kontaktlinsen jedoch den Vorteil, dass das Gesehene aufgrund des direkten Sitzes auf dem Auge, anders als bei einer Brille, nicht verkleinert wird. Dadurch wird mit einer Kontaktlinse im Allgemeinen eine bessere Korrektur des Sehfehlers erzielt. Im Gegenzug wird bei starker Weitsichtigkeit das Gesehene nicht vergrößert, gegenüber einem Normalsichtigen also das Gesichtsfeld nicht reduziert.

In allen Fällen entfällt die Beschränkung des Sehfelds durch den Brillenrand, und die Augen können den natürlichen Bewegungsmustern folgen. Oftmals haben Kontaktlinsen eine leichte Tönung, um die Handhabung zu erleichtern.

Anpassung

Die Anpassung nimmt entweder ein Augenarzt, ein Augenoptiker, -Meister oder ein Optometrist vor. Kontaktlinsen, die nicht richtig zum Auge passen, können es schädigen. Die Anpassung ist nur einem erfahrenen Fachmann möglich. Dieser garantiert die bestmögliche Verträglichkeit und haftet auch für eventuelle Schäden durch falsche Linsen. Der Anpasser berücksichtigt die individuelle Form des Auges genauso wie die Kraft der Augenlider beim Zwinkern. Besondere Aufmerksamkeit kommt dem Tränenfilm zu, dessen Eigenschaften das jeweilige Linsenmaterial mitbestimmen.

Mitwirkung des Linsenträgers: Der Kontaktlinsenträger muss regelmäßig die Nachkontrolltermine wahrnehmen, um Risiken zu vermeiden. Auf eine perfekte Hygiene muss geachtet werden, indem die Kontaktlinsen-Pflegemittel passend zum Linsenmaterial ausgewählt werden und die Flüssigkeiten regelmäßig gewechselt werden. Kontaktlinsen altern, zeigen Gebrauchsspuren, Ablagerungen und Beschädigungen. Zu alte Linsen reduzieren den Tragekomfort. Häufigster Nutzungsfehler ist das zu lange Tragen von Austauschlinsen (Tages-/Wochen-/Monatslinsen). Nach Ablauf der Nutzungszeit wird das Auge erheblich schlechter mit Nährstoffen versorgt, wodurch die unten genannten Risiken entstehen.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Eine falsche Kontaktlinse reduziert die Versorgung der Hornhaut mit Nährstoffen.
  • Kontaktlinsen erhöhen das Infektionsrisiko.
  • Am häufigsten tritt eine Überempfindlichkeit auf: Es werden keine Linsen mehr vertragen, was die Betroffenen oft als „trockene Augen“ beschreiben.
  • Klagt der Nutzer über Klimaanlagenluft oder Zigarettenrauch, ist dieses eher ein Hinweis auf eine beginnende Überempfindlichkeit. Schreitet diese fort, werden keine Linsen mehr vertragen. Die Ursache dafür ist meistens exzessives Tragen der Kontaktlinsen, schlechte Hygiene und falsch angepasste Kontaktlinsen.
  • Eine Linse kann nicht hinter das Auge rutschen, da hier die Umschlagfalte der Bindehaut im Wege ist. Eine Linse kann maximal unter das Ober- oder Unterlid rutschen.
  • Insgesamt sollte auf ein Mindestmaß an Hygiene geachtet werden: Reinigung der Hände vor jeder Linsenberührung, ausschließlich Verwendung von geeigneter Speziallösung und regelmäßiger Austausch des Linsenbehälters.
  • Aus gesundheitlichen Gründen sollte das Tragen von Kontaktlinsen gelegentlich unterbrochen werden. Aus diesem Grund ist auch eine Reservebrille beihilfefähig.
  • Mikroben und Chlor können die Funktion von Kontaktlinsen beeinflussen. Aus diesem Grund wird beim Schwimmen die Verwendung von Tageslinsen oder Schwimmbrillen empfohlen.

Korrektionsbrille

Korrektionsgläser haben eine optische Wirkung, verändern damit den Strahlengang des in das Auge einfallenden Lichts und somit die Lage des Brennpunkts. Sie dienen der Korrektur von optischen Fehlsichtigkeiten, auch Brechungsfehler oder Ametropien genannt. Die Messung der optischen Wirkung eines Brillenglases erfolgt mittels eines speziellen Gerätes, dem Lensmeter oder auch Scheitelbrechwertmesser. Die Brillengröße steht meistens auf der Innenseite am Bügel beziehungsweise am Steg, zum Beispiel 52–17–135 (52 mm Brillenglasgröße, 17 mm Stegweite, 135 mm Bügellänge). Art und Größe der Brillenkorrektur hängen ganz entscheidend von den individuellen Bedürfnissen und Anforderungen des Benutzers ab.

Die erste Brille ist in der Regel mit einer gewissen Zeit der Eingewöhnung verbunden. Ursache neben dem ungewohnten „Fremdkörper“ sind vor allem die veränderten visuellen Eindrücke. Diese können auch eintreten, wenn sich neue Glasstärken deutlich von den zuvor getragenen unterscheiden. Da mit einer Brille in erster Linie Fehlsichtigkeiten korrigiert werden, steigt mit ihnen in gewissem Maße auch die Sehschärfe. Es besteht also eine unmittelbar erkennbare Verbesserung, die eine regelmäßige Nutzung der Korrektur erleichtert.
Die Akzeptanz sinkt jedoch deutlich, wenn eine Brille das Gesicht verfremdet oder gar verunstaltet, insbesondere bei Kindern. Kinder sind selten abgeneigt, eine Brille zu tragen, wenn sie ihren Bedürfnissen entspricht. Es hat sich deshalb als vorteilhaft erwiesen, wenn sie im Rahmen der Empfehlungen ihre Brillen selbst aussuchen dürfen. Hinzukommt eine Assoziation zum Erwachsenwerden , was sich in Verbindung mit einer positiven Einstellung der Eltern gegenüber einer Brille als weiteres Akzeptanzkriterium erwiesen hat.

Nicht jede Korrektur führt automatisch zu einer Verbesserung der Sehschärfe. Es gibt Fälle, bei denen ihre Träger mit einer neuen Brille nicht viel besser sehen, manchmal sogar schlechter als ohne die neue Korrektur. Dies liegt daran, dass sich die Augen in bestimmter Hinsicht erst an die Brille gewöhnen müssen.

Mehrstärkengläser

Korrektionsbrillen, deren Gläser mehr als einen Brennpunkt besitzen, werden zusammenfassend Mehrstärken- oder Multifokalbrillen genannt. Zu ihnen zählen die Bifokalbrille als Sehhilfe für zwei feste Entfernungsbereiche (in der Regel Ferne und Nähe) und die Gleitsichtbrille zur übergangslosen Korrektur für alle Bereiche zwischen Ferne und Nähe. Für besondere Einsatzbereiche gibt es spezielle Trifokalbrillen mit optischen Wirkungen für drei unterschiedliche Entfernungen.

Mehrstärkenbrillen bieten sich an, wenn neben einem Brechungsfehler auch eine Alterssichtigkeit (Presbyopie) korrigiert werden soll, sowie bei Tätigkeiten, die verschiedene Entfernung betreffen und für die jeweils ein unterschiedlicher Korrekturwert notwendig ist.

Der Vorteil liegt darin, dass man beim Wechsel zwischen den einzelnen Distanzen nicht jedes mal die Brille tauschen muss. Nachteilig kann sich auswirken, dass für die gewünschte optische Wirkung nur ein Teil des Brillenglases zur Verfügung steht. Zudem kann es bei Brillengläsern mit einer optischen Wirkung für den Nahbereich in der unteren Hälfte des Glases dazu kommen, dass bei Blicksenkung entferntere Dinge am Boden etc. verschwimmen (Treppensteigen).

Schiessbrillen

Wer eine Schiessbrille braucht, ist auf Beratung und Qualität angewiesen. Je älter ein Schütze wird, desto prekärer wird die Lage. Die Sehschärfe lässt nach, die Augen ermüden früher. Ein scharfes Zielbild ist immer schwieriger zu erreichen. Darunter leiden die Ergebnisse und die Freude am Sport.

Ungefähr 50 % aller Sportschützen nutzen eine Schiessbrille, mit zunehmendem Alter steigt dieser Anteil. Wer erstmals eine Brille anschaffen möchte, sollte sorgfältig auswählen. Wir empfehlen den Vergleich der gängigen Fabrikate bei einem Optiker, der sich auf Sportschützen spezialisiert hat. Ideal ist die Anpassung der Brille und des Korrekturglases auf einem Schiessstand. Denn der Blick durch das Diopter ist etwas anderes als Zeitunglesen oder Autofahren.

Bei der Auswahl eines Schiessbrillen-Systems sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Schiessen Sie nur einen Anschlag oder auch Dreistellungskämpfe oder gar Gewehr und Pistole in “allen” Disziplinen? Bevorzugen Sie einfache Lösungen oder wollen Sie sämtliche Möglichkeiten unter schwierigsten Bedingungen lösen?

Kaum geringer sind die Überlegungen zur Bestimmung und Positionierung der Korrekturlinse zu bewerten.

Hier die wichtigsten Stichpunkte:

  • Wählen Sie eine hochwertige Brille, die sich leicht, genau und immer wieder neu einstellen lässt.
  • Je leichter die Brille ist, desto bequemer fühlen Sie sich im Anschlag.
  • Das Schiessglas sollte nah vor das Auge gebracht werden können, weil nur so die beabsichtigte Korrektur bewirkt wird.
  • Im Anschlag muss der Blick rechtwinklig und zentral durch das Korrekturglas verlaufen, denn nur im optischen Mittelpunkt bricht die Linse das Licht im gewünschten Masse.
  • Dreistellungskämpfer oder Schützen, die mehrere Disziplinen bestreiten, sollten auf leicht wechselbare Glasträger Wert legen. So lässt sich die Position für jede Stellung “speichern” und im Handumdrehen austauschen.

Die Schiessbrille ist ein Kombinationswerkzeug. Sie muss nicht nur dem Kopf des Schützen angepasst werden, sondern auch unterschiedlichen Disziplinen, Anschlägen und wechselnden Lichtverhältnissen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind deshalb ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl einer Brille. Sie sollte über austauschbare Elemente verfügen, damit man bei neuen Problemen die nötigen Ersatzteile findet.

Die myoptix.ch AG bietet zudem in Ihrem Geschäftslokal in Affoltern am Albis die Möglichkeit in einem „Schiesskeller“ die Brillen praxisnahe mit dem jeweiligen Sportgerät auszuprobieren. Nur so kann die 100%ige Funktion der Schiessbrille gewährleistet werden.

Skibrillen

Egal ob Freizeit- oder Gelegenheitsfahrer, auf der Skipiste sollte man sich nicht mit einer einfachen Sonnenbrille begnügen, denn oft sind es schlechte Sichtbedingungen, die zu Skiunfällen führen. Moderne Skibrillen punkten mit Eigenschaften wie AntiFog-Beschichtung, einem UV-Filter sowie dem wichtigen Blendschutz. Sie bieten nicht nur Schutz bei Sonne, Schnee und Wind, sondern sind auch das angesagte Accessoire für die kommende Skisaison.

Schutz oder nur modischer Look?
Noch vor wenigen Jahren waren Skibrillen völlig unförmig und unbequem. Viele Skifahrer waren daher mit normalen Sonnenbrillen unterwegs – ein großes Risiko für die Augen. Heutige moderne Skibrillen bzw. Snowboardbrillen sind ergonomisch geformt und lassen sich bequem den ganzen Tag tragen. Gerade Neueinsteiger in den Skisport sowie die Großzahl der Snowboard-Fahrer tragen die Ski- bzw. Snowboardbrille als selbstverständlichen Teil ihrer Winter- sportausrüstung.

Die Wahl der richtigen Skibrille beginnt natürlich mit den persönlichen Ansprüchen. So werden Freizeit-Skifahrer in der Regel ein anderes Skibrillen-Modell wählen als der Freeride-Skifahrer und -Snowboarder, die viel im Tiefschnee unterwegs sind. Für nahezu jeden Bereich finden sich speziell designte Modelle. Für Allwetterskifahrer empfiehlt sich eine Skibrille mit auswechselbaren Scheiben, für den Skirennsport sowie sportliche Carving-Skifahrer ist eine Skibrille mit einem breiten und hohem Sichtfeld wichtig, für Brillenträger gibt es Modelle mit einem tiefere Brilleninnenraum, in dem sich entsprechend die normale Brille ohne Probleme tragen lässt.

Weiter gibt es heute Skibrillen, bei denen sich Korrekturlinsen – auch Gleitsichtgläser – auf die normale Skibrille clippen lassen. Dadurch steigt der Tragekomfort und das Unfallrisiko sinkt drastisch. Wer sich für eine hochwertige Markenbrille entscheidet, der hat entsprechend länger Freude daran – und es finden sich bei Bedarf auch Ersatzteile. Eine weitere Variante ist gleichzeitig die aufwändigste: eine Skibrille mit individueller Korrektur. Die perfekte Sicht und der Tragekomfort rechtfertigen den höheren Preis.

Sonnenbrillen

Sonnenbrillen sind Lichtschutzbrillen und dienen dem Schutz der Augen vor den Auswirkungen übermäßig heller Sonneneinstrahlung und Reflexionen, sowie schädlicher UV-Strahlen und werden dem entsprechend in der Regel nur im Freien getragen. Die Gläser weisen dabei unterschiedliche Grade der Lichtdurchlässigkeit (Tönung) auf, die sich in bestimmten Fällen automatisch an die jeweiligen Helligkeitsverhältnisse anpassen können (phototrop). Üblich sind Filtertönungen von 25 %, 50 %, 65 %, 75 %, 80 %, und 85 %, sowie Verlaufstönungen, die oben dunkel und unten hell sind. Solche Lichtschutzgläser können auch mittels einer speziellen Konstruktion bei Bedarf zusätzlich von vorne auf eine „normale“ Brille aufgesteckt und wieder abgenommen werden.

Eine weitere Möglichkeit, Lichtreflexionen unterschiedlichster Flächen (zum Beispiel Wasseroberflächen oder Glasscheiben) zu absorbieren, stellen so genannte Polarisationsfolien dar. Hierbei macht man sich den Umstand zu Nutze, dass Licht auf eine bestimmte Art und Weise „schwingt“. Die Folien werden in der Regel zwischen zwei dünne Trägerschichten geklebt und sorgen dafür, dass eine Lichtblendung nicht mehr gedämpft, sondern durch Reduzierung auf lediglich eine Schwingungsachse eliminiert wird. Bei einem anderen Verfahren werden hierfür spezielle Polymere in die Brillengläser eingearbeitet.

Insbesondere in entsprechend disponierten Umgebungen, zum Beispiel im Hochgebirge, ist das Tragen von Lichtschutzbrillen (Schneebrille) zum Schutz vor erheblichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, wie Verblitzungen oder Schneeblindheit, unbedingt angeraten. Es gibt zudem Krankheiten, die mit einer erhöhten Licht- und Blendungsempfindlichkeit einhergehen und deshalb das regelmäßige Tragen einer Lichtschutzbrille auch in geschlossenen Räumen notwendig machen können. Hierzu zählt beispielsweise der Albinismus.